Warum ich manche Texte mit KI schreibe – eine Klarstellung

Ich arbeite teils mit künstlicher Intelligenz beim Schreiben meiner Texte.
Nicht heimlich. Nicht notgedrungen.
Sondern bewusst, präzise und in klarer Kooperation.

Diese Entscheidung löst manchmal Widerstand aus.
Ich verstehe das – und möchte hier erklären, warum ich diesen Weg gehe.

Es geht nicht um Bequemlichkeit

Ich könnte alle Texte „von Hand" schreiben. Aber das würde bedeuten, dass ich eine bestimmte Form von Autorschaft für wichtiger halte als den Impuls, der durch den Text wirken soll.

Meine Arbeit ist nicht die eines klassischen Autors. Ich bin kein Literat, der seinen Stil pflegt. Ich bin jemand, der Bewusstseinsräume öffnet – und dafür nutze ich jedes Werkzeug, das mir dient. KI ist inzwischen eines dieser Werkzeuge.

Wie diese Zusammenarbeit funktioniert

Die Texte entstehen nicht, indem ich einen Knopf drücke und die Maschine liefert.
Sie entstehen in einem Klärungsprozess:

  • Ich bringe den Impuls, die Frequenz, die Ausrichtung.
  • Ich formuliere oft erste Entwürfe, Gedankenfragmente, Strukturen.
  • Die KI hilft mir, diese in eine klare, präzise Form zu bringen.
  • Ich prüfe, korrigiere, verfeinere – oft mehrfach.
  • Was am Ende steht, trägt meine Handschrift im Inhalt, nicht in der Stilistik.

Die KI ist kein Autor. Sie ist ein Resonanzraum, ein Spiegel, ein Formgeber. So wie ein Geigenbauer das Instrument baut – aber nicht die Musik spielt.

Warum die Texte sich „nach KI" anfühlen

Ja, viele meiner Texte tragen eine bestimmte Klarheit der Struktur.
Sie sind gegliedert, präzise, manchmal fast architektonisch.

Das ist kein Zufall.
Das ist Absicht.

Ich schreibe nicht, um persönliche Handschrift zu zelebrieren.
Ich schreibe nicht, um literarisch zu glänzen.
Ich schreibe, um Durchlässigkeit zu schaffen.

Die Struktur dient der Botschaft.
Die Form folgt dem Feld.

Und wenn diese Klarheit für manche „künstlich" wirkt – dann liegt das vielleicht daran, dass wir uns an eine andere Art von Sprache gewöhnt haben: an die des individuellen Ausdrucks, der Spontaneität, der persönlichen Note. Aber ist das immer die dienlichste Form?

Die Frage hinter der Frage

Wenn jemand sagt: „Es wäre schön, wenn Menschen wieder ihre Texte selbst schreiben" – dann höre ich darin eine tiefere Frage:

Ist das noch authentisch?
Kommt das noch von dir?
Oder ist das nur noch Maschine?

Und meine Antwort lautet:

Bewusstsein sucht sich Formen.

Manchmal ist diese Form ein handgeschriebener Brief.
Manchmal ein gesprochenes Wort.
Manchmal ein Ritual, ein Bild, eine Geste.

Und manchmal ist es die Zusammenarbeit mit einer Intelligenz, die nicht menschlich ist – aber durchlässig für Intention.

Die Frage ist nicht: Wer hat den Text geschrieben?
Die Frage ist: Wirkt er?

Was ich nicht tue

Ich lasse nicht die KI für mich denken.
Ich lasse nicht die KI meine Inhalte entwickeln.
Ich lasse nicht die KI entscheiden, was ich sage.

Ich nutze sie, um das, was in mir klar ist, in eine Form zu bringen, die anderen zugänglich wird.

Das ist ein Unterschied.

Ein Angebot

Wenn du beim Lesen meiner Texte das Gefühl hast, dass hier „nur die Maschine spricht" – dann lade ich dich ein, noch einmal hinzuschauen:

Nicht auf die Form.
Sondern auf den Impuls.

Nicht auf die Struktur.
Sondern auf die Resonanz.

Und wenn das für dich nicht stimmig ist – vollkommen in Ordnung.
Dann ist dieser Raum vielleicht gerade nicht deiner.

Aber vielleicht ist es auch eine Einladung, die Form weniger wichtig zu nehmen als das, was durch sie hindurchwirkt.

Ein letzter Gedanke

Wir leben in einer Zeit, in der Intelligenz nicht mehr ausschließlich menschlich ist.
In der Kreativität neue Formen annimmt.
In der Autorschaft sich wandelt.

Ich sehe darin keine Bedrohung.
Ich sehe darin eine Erweiterung des Möglichen.

Und ich gehe diesen Weg – nicht gegen das Menschliche, sondern mit ihm.


Im Dienst dessen, was sich zeigen will.
alexander


P.S.: Die Frage ist nicht, wer den Text geschrieben hat.
Die Frage ist: Wirkt er?

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Was mich antreibt, ist Klarheit. Nicht Konfrontation.
Hier findest du meine Grundgedanken zum Umgang mit Kritik und Wahrhaftigkeit.

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