Es gibt Momente, in denen das Leben stillsteht. Nicht äußerlich – aber innerlich. Du atmest, aber du lebst nicht wirklich. Du funktionierst, aber du fühlst dich nicht. Du existierst in einem Zustand der Betäubung, der so perfekt ist, dass du ihn für normal hältst.
Die meisten Menschen leben so. Sie haben vergessen, was es bedeutet, wirklich zu atmen. Sie haben den Zugang zu ihrer ursprünglichen Lebenskraft verloren und merken es nicht einmal.
Aber der Körper vergisst nie.
Warum einmal im Jahr
Die Atemreise findet nicht regelmäßig statt. Sie folgt ihrem eigenen Rhythmus – einmal im Jahr. Diese Seltenheit ist keine künstliche Verknappung. Sie entspricht der Natur des Formats selbst.
Was in drei Tagen intensiver Atemarbeit geschieht, braucht Zeit. Zeit zur Integration. Zeit zum Nachklingen. Zeit, damit sich das, was sich geöffnet hat, in deinem Leben verankern kann. Manche Prozesse beginnen erst Wochen nach der Atemreise wirklich zu wirken. Schichten zeigen sich, die während der drei Tage noch verborgen waren.
Diese Arbeit lässt sich nicht beschleunigen. Sie lässt sich nicht beliebig oft wiederholen. Sie fordert etwas von dir – und gibt dir Zeit, diesem Ruf zu folgen.
Was wir über den Atem vergessen haben
In der Matrix der modernen Welt ist der Atem zu einer rein mechanischen Funktion degradiert worden. Ein automatischer Prozess, der Leben aufrechterhält – mehr nicht. Wir haben vergessen, dass er einmal ein Tor war. Ein direkter Zugang zu Bewusstseinszuständen, die jenseits des alltäglichen Funktionierens liegen.
Jahrtausendealte Traditionen wussten das. Der Atem war nie nur Sauerstofftransport. Er war das Medium, durch das sich die Lebenskraft – Prana, Chi, Pneuma – manifestierte. Er war der Schlüssel zu Zuständen des Bewusstseins, die heute als "außergewöhnlich" gelten, obwohl sie eigentlich unser Geburtsrecht sind.
Die Matrix hat uns gelehrt, oberflächlich zu atmen. Kontrolliert. Begrenzt. So, dass wir überleben, aber nicht wirklich leben.
Aber was passiert, wenn wir dem Atem wieder erlauben, zu führen?
Kein Workshop. Keine Technik. Ein Raum.
Die Atemreise ist kein Format, das sich leicht erklären lässt. Du lernst keine Technik, die du danach anwenden kannst. Du bekommst keine Methode für den Alltag. Du bekommst keine fertigen Antworten.
Was du bekommst, ist eine Erfahrung.
Drei Tage. Sechs bis sieben Atemreisen. Jede bis zu zwei Stunden lang. Intensive, rhythmische Atmung, die das System in einen anderen Zustand versetzt. Nicht durch Entspannung – sondern durch Aktivierung.
Du atmest. Tiefer, als du es gewohnt bist. Schneller, als es angenehm ist. Und irgendwann übernimmt der Atem. Du atmest nicht mehr – du wirst geatmet.
Was dann geschieht, ist unterschiedlich. Manche begegnen Emotionen, die sie jahrelang weggedrückt haben. Manche sehen Bilder, hören Stimmen, spüren Präsenzen. Manche erleben einfach nur Weite. Oder Stille. Oder nichts – und gerade das ist manchmal das Bedeutendste.
Ich begleite diese Prozesse. Mit Musik. Mit Räucherwerk. Mit Präsenz. Aber ich steuere sie nicht. Ich kann es nicht. Und ich will es nicht.
Was sich zeigen will, zeigt sich. Was geheilt werden will, heilt sich. Was erinnert werden will, erinnert sich.
Die drei Tage – eine organische Progression
Echte Atemarbeit folgt einem natürlichen Rhythmus, der nicht beschleunigt werden kann. Drei Tage – nicht mehr, nicht weniger. Diese Progression ist keine willkürliche Entscheidung, sondern entspricht den organischen Zyklen der Bewusstseinserweiterung.

Das Loslassen
Das System muss erst lernen, loszulassen. Jahre der Kontrolle, der Anspannung, der Zurückhaltung können nicht in einem Moment aufgelöst werden. Der erste Tag ist ein sanfter, aber bestimmter Druck auf die Türen, die sich geschlossen haben. Manche öffnen sich sofort. Andere brauchen Zeit.
Die erste Reise ist oft noch von Kontrolle geprägt. Der Verstand beobachtet, kommentiert, versucht zu verstehen. Das ist normal. Das gehört dazu.
Du wirst geatmet
Wenn das System offen ist, kann die eigentliche Arbeit beginnen. Hier geschieht, was in Jahren der Therapie manchmal nicht erreicht wird: direkte Begegnung mit dem, was verdrängt, vergessen, eingefroren war. Nicht über den Umweg des Verstandes, sondern durch die unmittelbare Erfahrung des Körpers.
Erst wenn der Verstand aufgibt – und das tut er meist erst am zweiten Tag –, übernimmt der Atem als autonome Kraft die Führung. Du wirst nicht mehr geatmet von dir selbst, sondern von etwas Größerem. Von der Lebenskraft selbst.
Die Rückbindung
Transformation ohne Integration ist Chaos. Der dritte Tag dient der Verankerung dessen, was sich geöffnet hat. Der bewussten Eingliederung neuer Bewusstseinszustände in das gewohnte Leben.
Die Prozesse hören nicht auf, wenn du nach Hause fährst. Viele berichten, dass in den Tagen nach der Atemreise weitere Themen hochkommen. Dass sich Schichten zeigen, die während der drei Tage noch verborgen waren. Das gehört dazu. Die Atemreise ist kein Event. Sie ist ein Impuls, der nachhallt.
Was während der Sitzung geschieht
Eine Atemreise dauert bis zu zwei Stunden. Sie folgt keinem starren Schema, aber es gibt einen natürlichen Verlauf, der sich über diese Zeit entfaltet.
Die Aktivierung
Die ersten 15 bis 30 Minuten sind Aktivierung. Du atmest bewusst. Tief. Schnell. Rhythmisch. Kontinuierlicher Fluss, keine Pause zwischen Ein- und Ausatmung.
Das System wird hochgefahren. Der Körper reagiert. Kribbeln in Händen und Füßen. Manchmal Verkrampfungen. Schwindel. Wärmewellen oder plötzliche Kälte. Das ist normal. Das zeigt, dass der Prozess beginnt.
Der Übergang
Irgendwann – und niemand kann sagen, wann genau – übernimmt der Atem. Du atmest nicht mehr bewusst. Der Körper findet seinen eigenen Rhythmus. Kontrolle löst sich auf. Ein Automatismus setzt ein, aber mit voller Wachheit.
Das ist der kritische Moment. Hier entscheidet sich, ob du loslässt oder festhältst. Ob du dem Prozess vertraust oder dagegen ankämpfst.
Meine Aufgabe ist es, den Raum zu halten. Sicherheit zu geben, ohne einzugreifen. Präsenz zu zeigen, ohne zu steuern.
Die Tiefe
60 bis 90 Minuten. Das Herz der Reise.
Was hier geschehen kann, entzieht sich jeder Standardisierung. Manche erleben emotionale Durchbrüche – Weinen, Lachen, Wut, Angst. Jahre alte Blockaden brechen auf. Verdrängte Emotionen finden einen Kanal.
Andere spüren körperliche Phänomene. Intensive Hitze oder Kälte. Energieströme, die durch den Körper fließen. Gefühl von Schwerelosigkeit oder extremer Erdung.
Wieder andere erleben Bewusstseinsveränderungen. Visionen. Zeitverzerrung – Stunden fühlen sich an wie Minuten, oder umgekehrt. Erweiterte Raumwahrnehmung. Verbindung mit etwas Größerem.
Und manche erleben einfach: Nichts. Weite. Stille. Leere.
Und gerade das ist manchmal das Bedeutendste.
Es gibt keine Garantie. Keine Standard-Erfahrung. Was sich zeigen will, zeigt sich.
Die Rückkehr
Die letzten 15 bis 30 Minuten. Der Atem beruhigt sich allmählich. Langsam, von selbst. Der Körper kehrt zurück ins Hier und Jetzt. Das Bewusstsein reintegriert sich.
Stille im Raum. Zeit zum Ankommen. Keine sofortige Verbalisierung. Raum für das Unaussprechliche.
Was die Atemreise nicht ist
Es ist wichtig zu verstehen, was dieses Format nicht leistet und nicht sein will.
Keine Meditation
Meditation sucht Stille durch Beruhigung. Die Atemreise sucht Durchbruch durch Aktivierung. Meditation arbeitet mit dem ruhigen Geist. Die Atemreise arbeitet mit dem überladenen System, das gerade deshalb nicht zur Ruhe kommt.
Viele Menschen, die mit klassischer Meditation scheitern, finden in der Atemarbeit einen Zugang. Weil sie mit dem arbeitet, was ist, anstatt gegen das, was stört.
Keine Technik zum Mitnehmen
Du lernst hier keine Methode, die du dann zuhause reproduzieren kannst. Die Intensität der Atemreise ist nur im gehaltenen Raum sicher. Ohne Begleitung können Durchbrüche überwältigend sein. Es gibt keine "Anleitung zum Nachmachen".
Was du mitnimmst, ist eine Erfahrung. Ein Impuls. Eine Erinnerung an deine ursprüngliche Kapazität.
Keine Therapie
Es gibt keine Aufarbeitung. Keine Analyse. Keine therapeutische Intervention. Nur Raum. Und Atem. Und das, was daraus entsteht.
Menschen mit schweren Traumata oder akuten psychischen Krisen brauchen therapeutische Begleitung. Die Atemreise ist kein Ersatz dafür. Sie kann eine Ergänzung sein – aber nur, wenn eine gewisse Stabilität bereits vorhanden ist.
Keine Garantie
Keine Erleuchtung. Keine Heilung. Kein Versprechen.
Was du bekommst, sind Impulse, keine Transformation über Nacht. Verschiebungen, keine fertigen Lösungen. Erinnerung an das, was in dir ruft – nicht Antworten auf alle Fragen.
Wer ich bin – und wer ich nicht bin
Ich bin kein Guru. Ich bin kein Heiler. Ich bin kein Therapeut.
Ich bin jemand, der vor vielen Jahren selbst zum ersten Mal intensiv geatmet hat und dabei etwas erlebt hat, das sein Leben verändert hat. Ich bin jemand, der seitdem diese Erfahrung weitergeben will – nicht als Lehre, sondern als Raum.
Ich habe über die Jahre gelernt, wie man solche Räume hält. Wie man Menschen begleitet, die gerade durch Hölle oder Himmel gehen – oder durch beides gleichzeitig. Wie man präsent ist, ohne sich aufzudrängen. Wie man Sicherheit gibt, ohne Kontrolle auszuüben.
Aber was in dir geschieht, wenn du atmest – das bestimme nicht ich. Das bestimmst auch nicht du. Das bestimmt das, was sich zeigen will.
Wichtige Hinweise zur Teilnahme
Die Atemreise ist nicht für jeden geeignet. Intensive Atemarbeit kann zu vorübergehenden körperlichen Reaktionen führen – Kribbeln, Muskelverkrampfungen, Schwindel, starke emotionale Reaktionen.
Diese Reaktionen sind in der Regel harmlos und Teil des natürlichen Prozesses. Dennoch gibt es Situationen, in denen intensive Atemarbeit nicht durchgeführt werden sollte:
Nicht geeignet bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Epilepsie, akuten psychischen Krisen, instabilen psychischen Zuständen, Schwangerschaft, schweren Atemwegserkrankungen oder kürzlich durchgeführten Operationen.
Im Zweifelsfall: Kläre die Teilnahme vorher mit deinem Arzt oder Therapeuten ab.
Die Teilnahme erfolgt ausschließlich auf eigene Verantwortung.
Die Frage der Bereitschaft
Diese drei Tage sind nicht für jeden. Sie erfordern Mut – den Mut, sich dem zu stellen, was in dir wartet. Den Mut, Kontrolle abzugeben. Den Mut, nicht zu wissen, wer du sein wirst, wenn die drei Tage vorbei sind.
Sie erfordern Ehrlichkeit – die Bereitschaft, dir selbst zu begegnen, ohne Masken, ohne Ausreden, ohne die gewohnten Fluchtmechanismen.
Sie erfordern Vertrauen – in einen Prozess, der sich deinem Verstand entzieht. In eine Intelligenz, die älter ist als deine Gedanken. In eine Kraft, die durch dich wirken will, wenn du sie lässt.
Die Frage ist nicht, ob du es verdienst oder ob du bereit bist.
Die Frage ist, ob du den Ruf hörst.
Der nächste Termin: 13.–15. März 2026 in Kirchheim
Die Atemreise findet nur einmal im Jahr statt.
Wenn der Ruf dich erreicht hat, weißt du es.

ich wäre gerne dabei gewesen, muss jedoch arbeiten. Ich pflege einen mehrfach behinderten jungen Mann. Ein Einspringen anderer Teammitglieder geht terminlich nicht.